Das Twitter Experiment hat sich um einige Wochen verlängert. Das war nicht unbedingt beabsichtigt, vielmehr war es ein zeitliches Problem. Neben dem „Zivi-Job“ und der Kundenbetreuung bleibt oft nicht viel Zeit übrig.
Das ist auch der Grund, warum ich nicht auf die vielen Kommentare antworten konnte. Da kam doch einiges zusammen und das Twitter Experiment schlug ein, wie eine Bombe. Ich möchte deshalb diesen Blogpost nutzen, um nicht nur meine Ergebnisse vorzutragen, sondern auch, um die wichtigsten Kommentare zu beantworten.
Zu den Reaktionen direkt nach dem ersten Blogpost zum Twitter Experiment:
Das war schon gigantisch! Ich hätte nicht gedacht, damit eine derartige Welle auszulösen:
- 44 Kommentare (Rekord auf meinem Blog).
- Über 750 Besucher nur über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter in der ersten Woche.
- Über 2500 Besucher insgesamt.
- Ca. 50 Retweets von meinem Tweet zum Experiment (16 Offizielle und etliche abgewandelte)
- 10 – 15 Statusmeldungen in Facebook dazu.
Man sieht also, dass das Thema sehr viele beschäftigt und allgemein nach mehr Qualität in Twitter gesucht wird.
Was hat sich in meinem Twitteraccount verändert?
Am 28. Mai 2010 bin ich allen „Followings“ auf einen Schlag „entfolgt“. (Das habe ich übrigens mit http://unfollowall.com/ gemacht. Gab keine Probleme). Zu diesem Zeitpunkt hatte ich 6597 Follower. Ursprünglich wollte ich das Experiment nach drei Wochen beenden. Nach dieser Zeit waren es noch 5944 Follower. Jetzt nach insgesamt ca. 7 Wochen sind es noch 5699 Follower und die Zahl pendelt sich so langsam ein.

Nach rund zwei Monaten hat sich also meine Followerzahl auf ca. 86 Prozent (!!!) verkleinert. Das hat mich positiv überrascht und zeigt mir, dass mir nicht nur Leute folgen, weil ich Ihnen folge. (Oder viele sind einfach nicht aktiv
). Jedenfalls habe ich mit einer viel höheren Dezimierung gerechnet.
Abgesehen davon, dass viele dabei geblieben sind, brachte das Twitter Experiment eine noch weit aus schönere Veränderung mit sich: Seit dem Beginn des Experiments habe ich plötzlich 2 – 3 mal mehr persönliche Twitternachrichten erhalten, als zuvor. Es schien, als wolle man mir zeigen, dass man durchaus an meinem Content interessiert sei. Das freute mich sehr und schon allein deswegen sehe ich das Experiment als lohnenswert an.
Was ich selbst daraus gelernt habe:
Ich persönlich habe aus dem Experiment heraus sehr viel gelernt und auch gemerkt, dass ich selbst einiges falsch gemacht habe. Das war wohl das wertvollste an der ganzen Aktion! In diesem Zusammenhang möchte ich auch ein paar Zitate aus den Kommentaren aufgreifen.
ein spätes, aber, eben doch ein Erwachen!
Man besinnt sich auf Klasse, statt Masse.
Ganz ehrlich? You’re part of the problem!
Wieso bist du überhaupt über 5.000 Leuten gefolgt? Ich schätze, weil du viele Follower haben wolltest. Dass es unmöglich ist, 5.000 Menschen gleichzeitig zuzuhören, ist dir offenbar egal.
Dass du etwa englischsprachigen Twitterern nicht folgst, weil sie ja “nicht verstehen was du sagst”, zeigt, wie wenig du selbst an den Tweets anderer interessiert bist. Du willst, dass man sich für deine Tweets, interessierst dich aber nicht für andere.
Der Effekt: Den “Social-Media-Geld-im-Internet-Gurus” hört kaum jemand zu, so viele Follower sie auch sammeln mögen.
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann willst Du erreichen, dass Dir nur Leute folgen, die sich wirklich für Deine Tweets interessieren. Vorschlag: Halte es umgekehrt doch genauso…
Meines Erachtens ist twitter dann eine recht uneffektive Nutzung, wenn man denen zurückfolgen sollte, wenn sie selbst einem folgen. Ich erwarte es auch nicht von anderen, wenn ich ihnen folge. Das habe ich aber auch erst nach einer Zeit selbst Kapiert;-)
Wenn man das following vornehmlich bzw. mitunter für ReFollow-Pinging nutzt, stellt sich die Erkentnis immer nach einer gewissen Zeit ein, dass das Pinging recht ergebnislos sein kann. Wenn die eigene Qualität nicht stimmt bzw. die Erwartung der Refollower nicht erfüllt (Werbeschleudern etc..)
Vielleicht liegt hier auch ein wenig die Ursache?
Dazu muss ich sagen, dass Twitter für mich ein geniales Instrument ist, um Menschen, die sich in meiner Zielgruppe befinden, zu erreichen. Immerhin bin ich Internetmarketer und damit sich der Einsatz in Twitter auch lohnt, war es mein Ziel, Traffic durch die Kontaktaufnahme in Twitter zu erzeugen. Dazu brauchte ich aber auch eine ordentliche Grundlage an Kontakten. 50 Follower würden mir also nichts bringen, das muss schon ein wenig mehr sein.
Der Fehler dabei kann man aber schon sehr gut in den Kommentaren erkennen. Wenn ich nur Leuten folge, damit mir möglichst viele folgen, kann ich nicht erwarten, dass es anders herum nicht auch so gemacht wird.
Ich habe mal einen Satz gelesen, der ungefähr so lautete: „Wenn man sich für dich interessieren soll, musst erst mal du Interesse zeigen.“ Und genau so funktioniert auch Twitter richtig, denke ich.
Wie aber kann ich dann Twitter auch als Marketinginstrument einsetzen?
Um Twitter als rentables Werbeinstrument nutzen zu können, braucht man einfach eine gewisse Grundlage an einer größeren Leserschaft. Damit diese aber auch ernsthaftes Interesse zeigt, sollte man weg von der „Ich folge dir, wenn du mir folgst Mentalität“, hin zur „ich liefere kreativen, interessanten und hochwertigen Content Mentalität“ gehen, um somit diese Leserschaft zu erzeugen.
Dabei gibt es nun aus meiner Erfahrung zwei Möglichkeiten:
1. Ich bin ungeduldig und versuch mich erst mit der Power-Twitter-Strategie („Ich folge dir, wenn du mir folgst Mentalität“) und sorge anschließend mit Hilfe des Twitter Experimentes und dem Einsatz der „ich liefere kreativen, interessanten und hochwertigen Content Mentalität“ dafür, dass sich die Masse in Klasse wandelt.
Oder
2. Ich fange gleich damit an, exklusiven und interessanten Content zu bieten und baue mir mit viel Mühe und mit langem Atem eine ernsthafte „Fangemeinde“ auf, die früher oder später auch Ihre rentable Masse erreicht.
Das ist natürlich auch eine Zeitfrage. Langfristig gesehen denke ich, dass der zweite Weg mehr Sinn macht. Gespannt bin ich jetzt natürlich auf die Kommentare!
In Zukunft:
Ursprünglich wollte ich ja all denen wieder folgen, die mir während dem Experiment nicht entfolgt sind. Das halte ich jetzt nicht mehr für sinnvoll. Ich folge einfach denen, die mir auch mal einen Reply schreiben, und deren Tweets mich wirklich interessieren. So habe ich auch einen Überblick und kann die Tweets auch richtig lesen. Die restlichen 4000 meiner Follower können sich ja ins Zeug legen, dann folge ich auch hier den Besten zurück. Ich denke, dass Twitter so langfristig gesehen einen richtigen Nutzwert hat – auch aus der Sicht eines Marketers.
Bald habe ich selbst auch wieder mehr Zeit und möchte dann versuchen, auch andere Leser durch Qualität zu überzeugen und interessante Tweets zu verfassen. Ich setze also ab jetzt voll auf die zweite Möglichkeit!
Liebe Grüße und viel Spaß mit Twitter!
Euer Mario
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Filed under: Allgemeines, Twitter | 28 Comments »